Essbares Unkraut: Weißer Gänsefuß

Der Weiße Gänsefuß (Chenopodium album) gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Er wird meist als Unkraut betrachtet, doch der Weiße Gänsefuß ist nicht nur essbar, er wird in anderen Regionen sogar extra angebaut (Indien, im Himalaya und in China).

 

Weißer Gänsefuß schmeckt ähnlich wie Spinat, nur etwas milder.

Er hat einen hohen Mineralstoff- und Vitamingehalt, mehr als Spinat und andere Kulturgemüse.

 

Die Samen wurden früher als Getreide geschätzt. Also eine rund um nützliche Pflanze und keineswegs Unkraut!

 

Und hier folgen Beschreibung, Verwechslungsmöglichkeiten, Verwendung und mehr:


Beschreibung

 

Der Weiße Gänsefuß ist eine einjährige Pflanze, die unter guten Bedingungen bis zu drei Meter hoch werden kann. Meist wird sie allerdings bis zu 1,50 m hoch. Sie kann aus nur einem Hauptstängel bestehen, ist aber meist stark verzweigt. Die ganze Pflanze ist von mehligem Staub bedeckt.

 

 

 


Blätter

 

Die Blätter sind gestielt und sehr vielgestaltig. Hier eine Bilderserie von in meinem Garten vorkommenden Blattformen. Sie können von 1-10 cm Länge sein, also extrem unterschiedlich, und alle Formen und Größen können an ein und derselben Pflanze vorkommen.

Die Unterseite ist bemehlt, die Oberseite oft kahl, kann aber auch bemehlt sein.



Wie man sieht, kommt da so einiges vor ...

Unterseite


 

Blüten

 

Die Blütezeit des Weißen Gänsefuß ist von Juli bis September. Vorher sieht man sie charakteristischen Blütenstände als Knospen (hier im Bild), sie sind grün. Die Blüte ist weiß oder grünlich.

 


Der Blütenstand sitzt entweder als Knäul am Ende der Triebe oder entspringt in den oberen Blattachseln als verzweigte ährenartige Rispen. Wie die ganze Pflanze sind sie bemehlt, teilweise sogar extrem.

 


Vorkommen

Der Weiße Gänsefuß kommt so gut wie weltweit überall dort vor, wo die Erde umgegraben und dann in Ruhe gelassen wurde. Er ist eine Pionierpflanze, säht sich selbst aus und ist daher in fast allen Äckern und Gärten zu finden, die nicht mit Unkrautvernichtungsmitteln überschüttet wurden …

Verwechslungsmöglichkeiten

Da die Pflanze so viele verschiedene Blattformen, unterschiedliche Blütenstände und mal mehr mal weniger bemehlt ist und rund um in verschiedenen Formen auftreten kann, sodass man meinen kann es handele sich nicht um die gleiche Pflanze, kann die korrekte Bestimmung schwierig sein.

 

Zum Glück sind ähnliche Pflanzen alle aus der Familie der Fuchsschwänze und fast alle essbar. Die ungenießbaren unter ihnen kann man leicht daran erkennen, dass ihre Blätter beim Zerreiben widerlich riechen.

 

Zur Familie der Fuchsschwänze gehören beispielsweise der Wilde Spinat (Gartenmelde), die Ruten-Melde Atriplex patulua und die Spieß-Melde Atriplex prostrata sowie die Inkagetreide Quinoa und Amaranth.

Essbar und lecker!

Die ganze Pflanze ist essbar: Blätter, Blütenstände, Samen, Triebe. Die dicken Hauptstängel kann man ebenfalls essen, aber die verholzen irgendwann, daher rate ich davon ab. Aber junge Stängel sind kein Problem.

 

Ich ernte entweder die jungen Pflanzen oder junge Triebe von älteren Pflanzen.

 

Die schlechten Blätter entferne ich sofort.

 


Wenn ihr nicht sofort Zeit habt die Pflanze zu verarbeiten, könnt ihr sie in kaltes Wasser stellen. Der Gänsefuß lässt sehr schnell alles hängen, wenn er gepflückt wurde. Doch in Wasser erholt es sich nach einigen Stunden und ist so problemlos bis zum nächsten Tag aufzubewahren. Dann sollte man ihn aber doch verarbeiten.

 

Kurz nach der Ernte

Nach einigen Stunden in Wasser


Ich wasche die geernteten Stängel, pflücke Blätter und junge Triebe mit Stängel vom Hauptstamm, schneide alles klein und verwende es entweder sofort in Smoothies oder im Essen (bzw Grüne Blattgemüsepfanne) oder friere es ein.


Info

Saponine und Oxalsäure

 

Der Weiße Gänsefuß wirkt leicht abführend, da er Saponine enthält. Wer durch harten Stuhlgang geplagt wird, wird ihr lieben. Wer ohnehin schon an Probleme mit extrem wichen Stuhl zu kämpfen hat, sollte sich rantasten und sehen, ob er reagiert.

Die enthaltene Oxalsäure kann bei täglich in großen Mengen verzehrtem Gänsefuß zu Nierensteinen führen. Sehr viel Oxalsäure haben beispielsweise Ampfer und Rhabarber, da schmeckt man die Säure auch. Da ist der Weiße Gänsefuß harmlos gegen.

 

Gekocht, das Kochwasser wegschütten, kann man den Gänsefuß unbedenklich bis zu 400 g essen, ohne durch die leicht abführende Wirkung der Pflanze beeinträchtigt zu werden oder Nierensteine zu riskieren, da Saponine und Oxalsäure ausgewaschen werden.

 

Roh ist er in Smoothies oder Salaten sehr lecker. Wieviel man (auf Grund der Saponine) verträgt, das muss jeder selbst testen, da jeder Körper anders reagiert. Ich kann ohne Probleme 100 g im Smoothie zu mir nehmen.

 

Inhaltsstoffe:

 

Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Oxalsäure, Phosphor, Saponine, Vitamin A, Vitamin C, Zink

 

Weitere Inhaltstoffe:

Campesterol, Phenylalanine, Stigmasterol, Betain, Oleanolsäure, Sitosterol, Tryptophan, Tyrosin, Xanthotoxin

 

Der Inhaltsstoff Stigmasterol soll hormonähnliche Wirkung haben und den Eisprung fördern. Enthaltene östrogenähnliche Substanzen sollen Wechseljahrsbeschwerden lindern können.

 

Die Pflanze wirkt entzündungshemmend, vor allem soll sie positiv auf Darm- und Mundentzündungen wirken.

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