Max und Micha - Claras Puppe

Ein Beitrag von Klaus Kurt Löffler

 

Von Beruf Jurist, fing ich mit dem Schreiben von Jugendbüchern an, als wir in St. Wolfgang Urlaub machten. Ich war von der schönen Landschaft so begeistert, dass ich meine Eindrücke irgendwie festhalten wollte. Mein erster Hauptheld wurde der zwölfjährige Max aus Deutschland, der in den Ferien nach St. Wolfgang kommt. Er war ein bisschen mein Sohn, aber etwas auch ich selber. Meinen zweiten Akteur fand ich, als wir den gleichaltrigen Micha kennen lernten, der auf dem Fahrrad von der Schule kam. Sein Vater betrieb einen Bergbauernhof, in dem er fleißig mithalf. Er war ein pfiffiger Junge, der sich im Ort bestens auskannte und erheiternd von seinen Streichen erzählte. Er wurde das Vorbild für meinen Junior-Detektiv Micha und die perfekte Ergänzung zum Großstädter Max, der hier fremd war und trotz guten Willens erst einmal alles falsch machte. Die beiden wurden zu Helden ländlicher Detektivgeschichten, in denen nicht das Verbrechen, sondern das hinter ihm stehende Rätsel im Vordergrund steht. Denn die Jungen lösen ihre Fälle mit Köpfchen. Vorbild dafür war - neben John Dicksen Carr, Erol Gardner, Chesterton - vor allem Conan Doyle mit seinem Detektivgespann Sherlock Holmes und Watson. Von ihnen stammt auch meine Vorliebe für ausgefallene Schauplätze, übersinnliche Phänomene und scheinbare Unmöglichkeiten, für die es dann doch eine reale Erklärung gibt. So entstanden mit den Jahren 20 Detektivgeschichten, die ich jetzt nach und nach veröffentliche.

 

Nachdem ich bisher nur Geschichten für Jungen geschrieben hatte, wollte ich etwas für Mädchen, auch jüngere Jahrgänge, erzählen. Der Einfall dazu kam, als wir im Urlaub in St. Wolfgang im Hotel Clara, ein Mädchen aus Dänemark, kennen lernten, das kaum deutsch sprach, aber trotzdem mit meinen beiden Enkeltöchter spielte. Da Puppen dabei in Vordergrund standen, hatte ich meinen Aufhänger. Ich fing noch vor Ort zu schreiben an und las am Abend die Texte dann vor, die uns viel Spaß bereiteten.

 

 

 

Zum Inhalt:

 

Clara bekommt auf dem Flughafen in Kopenhagen von einem traurigen Mann, der zwei Puppen im Arm trägt, die häßlichere mit dem Namen Mette geschenkt. Im Hotel freundet sich die kleine Dänin mit Lotte und Karo an. Wie es der Zufall will, hat Karo mit »Wilhelmina« eine Zwillingsschwester mitgebracht, die haargenau so aussieht. Und damit beginnt ein Verwechslungsspiel. Zunächst tauschen die Mädchen die Puppen selbst, als sie das „doppelte Lottchen“ spielen. In der Nacht wird die falsche Puppe in Claras Zimmer gestohlen, taucht aber am Morgen wieder auf. Dann wird die Puppe in Karos Zimmer untersucht, nicht wissend, dass die Puppen inzwischen zurückgetauscht wurden. Die Mädchen schließen daraus, dass es jemand auf Claras Puppe abgesehen hat. Die Annahme wird bestätigt, als der Puppenmann auftaucht und Mette gegen die hübschere Blondi zurücktauschen will, was die Kinder natürlich ablehnen.

 

Da die Kinder die Puppen im Hotel nicht mehr aus den Augen lassen, werden die Zugriffe auf die täglichen Ausflüge verlagert. Auf dem Schafberg geht Mette verloren, in Pullman City wird sie entführt, aber jeweils wieder von dritter Seite zurückgebracht. Dann gelingt es den Drahtziehern, Mette gegen ein »Double« auszutauschen, das die Mädchen »Tauschi« nennen. Das kommt aber zu spät, weil die Kinderdetektive inzwischen das Geheimnis der Puppe gelüftet haben.

 

Dadurch wird die Sache indes nicht einfacher, weil die Täter weiter danach suchen. Ein falscher Kriminalbeamter versucht die Uggs einzuschüchtern und ein Zauberer lässt die Puppen kurzfristig in seinem Zauberkasten verschwinden. Die Mädchen müssen erkennen, dass sie erst Ruhe bekommen, wenn sie den Täter entlarven. Sie setzen deshalb »Tauschi« als Agentin 001 ein, die herausbringen soll, wer im Hotel dänisch spricht. Denn die frisch ernannte Agentin enthält im Innern einen Sprachcomputer, der sich programmieren lässt. Und der Täter ist vermutlich ein Däne, wie die Kinder zu Recht vermuten. Und als sie herausfinden, wer das ist, kommt jemand in Lebensgefahr. Max und Micha, die der Reihe den Namen geben, schalten sich in die Ermittlungen natürlich auch noch ein. Sie kriegen heraus, was hinter dem Ganzen steckt und ... Aber das soll nicht verraten werden.