Finca Träume

Ein Beitrag von Eva-Maria Farohi

Wenn ich zurückdenke, habe ich das Gefühl, dass ich erst auf Mallorca so richtig erwachsen geworden bin …

Dabei war ich zu jenem Zeitpunkt Mitte Dreißig.

Plötzlich war alles anders:  Da stand niemand mehr hinter mir, der „etwas richten“ hätte können – ich musste es schon selbst tun.

Natürlich war mein Mann wie immer für mich da.

Seit ich denken kann, begleitet er mich auf meinem Lebensweg – so, wie ich ihn auch. Doch auf einmal konnte er mir nicht mehr helfen, er sprach kein Spanisch, mehr noch, er verstand nicht einmal ansatzweise, was geredet wurde – denn auf der Insel spricht man Mallorquin.

Also fielen die Entscheidungen, noch ehe wir beide uns absprechen konnten.


Nicht, dass es dabei immer um lebensentscheidende Dinge gegangen wäre – meist waren es banale Kleinigkeiten des Alltags, die ich erst dann mit ihm teilen konnte, nachdem ich sie schon entschieden hatte. Ein ungewohntes Gefühl für mich.

Vorher war immer er der Entscheidungsstärkere gewesen – jetzt war ich die Verantwortliche.

Wer meine Bücher liest, der weiß, wie sehr ich Mallorca liebe und wie sehr zu Hause ich mich dort gefühlt habe.

Das liegt zum Großteil daran, dass es mir die Mallorquiner unglaublich leicht gemacht haben, mich einzugewöhnen.

Wer jemals in einer fremden Sprache ein Telefonat zu führen versucht hat, dessen Inhalt er nicht einmal in der eigenen Muttersprache verstanden hätte, weiß, wovon ich rede.

Der Mallorquiner ist unendlich geduldig. Er kennt unsere Hektik nicht. Und es ist ihm egal, ob der Satz, den man gerade formuliert, grammatikalisch richtig ist, oder nicht. Er versucht, zu verstehen und weiterzuhelfen.

Außerdem kümmerte dort niemanden, woher ich kam oder womit ich mich vorher beschäftigt hatte. Auf Mallorca beurteilt man Menschen nach ihrem Betragen, nach der Handschlagqualität, der Verlässlichkeit – und man sagt es sehr schnell weiter. Sehr oft war ich überrascht, wie blitzartig diese „Stille Post“ funktionierte, und mit welcher Selbstverständlichkeit sie als Wahrheit angenommen wurde.

Ich hatte Glück und diese „Eignungsprüfung“ bestanden. Und so war ich überall nur einfach die „Eva“, wobei die Mallorquiner das Wort ganz weich aussprechen – beinahe mit einem doppelten „W“ in der Mitte: „Ewwa“. Man hatte mich akzeptiert, was mir mehr als einmal weitergeholfen hat. Nicht auszudenken, welches Lehrgeld ich sonst zu zahlen gehabt hätte …

Alle diese Dinge sind natürlich in meine Bücher eingeflossen.

Seit ich denken kann, habe ich mir selbst Geschichten erzählt. Später habe ich sie auch aufgeschrieben. Meist kurze Skizzen, Schilderungen von Menschen in  Ausnahmesituationen, über ihr Verhalten, ihre Gefühle.

Vermutlich kommt da die Schauspielerin in mir durch, die pausenlos beobachten muss. Die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln nachspielt und alles im Hirn abspeichert.

So ist sicherlich das eine oder andere auch autobiographisch in meinen Erzählungen – zumindest aber hätten es sich so zutragen können.

Überhaupt sind alle Arten von zwischenmenschlichen Beziehungen mein zentrales Thema. Denn was sonst ist wichtig in unserem Leben, wenn nicht diese Gefühle. Sie sind das einzige, was zählt, das einzige, was bleibt. Und daher auch das einzige, was interessant genug ist, um darüber zu erzählen …

 

In meinem Roman Fincaträume geht es genau darum. Gefühle, Mallorca, ein Mann und eine Frau, die sich entscheiden müssen: für ein unabhängiges Leben ohne Verpflichtungen, oder für einen gemeinsamen Lebensweg – mit all jenen Kompromissen, die zu schließen sie gezwungen sein werden …

 

Kurzbeschreibung: 
Schon seit einigen Jahren lebt Marika auf Mallorca und hat hier ihre Heimat gefunden. Sie ist zufrieden mit ihrer Arbeit als Schneiderin, die sie unabhängig macht. Für ihre wenigen Freunde tut sie alles. Nach einer traumatischen Kindheit ist sie Menschen gegenüber zurückhaltend und glaubt nicht an die Beständigkeit von Gefühlen. Ihr Herz gehört den zahlreichen Tieren, die sie bei sich aufgenommen hat. Als sie den erfolgreichen Schriftsteller Dean Vossbrick trifft, hält sie ihn zunächst für einen oberflächlichen Karrieremenschen. Dennoch zieht er sie in seinen Bann. Gehen seine Gefühle tiefer oder sucht er nur eine Affäre?

 

Fincaträume ist der zweite Band meiner Mallorcatrilogie und kann ohne Kenntnis von Band 1 (Fincamond) gelesen werden.

 

Link zum Buch mit „Blick ins Buch“

 

Veröffentlichungen:

 

Fincamond – der erste Band der Mallorca-Trilogie

Fincaträume – der zweite Band der Mallorca-Trilogie

 

in Vorbereitung - Erscheinungsdatum Ende 2016/Anfang 2017

Wer Mondstaub sieht Die Geschichte einer mallorquinischen Familie von der Zeit des Spanischen Bürgerkriegs bis heute.

 

Kurzromane:

 

Septembersonne

Tödliche Meeresnacht

Der blaue, beinahe wolkenlose Himmel

Laura

 

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