Gesund leben: Gefärbte Haare natürlich entfärben. Geht das?

Rechts bin ich, links meine Lektorin :o) Meine grauen Haare sind mit Khadi Hellbraun gefärbt.
Rechts bin ich, links meine Lektorin :o) Meine grauen Haare sind mit Khadi Hellbraun gefärbt.

Ich färbe seit Jahren meine Haare mit Naturfarben. Ich verwende ein Hennaprodukt von Khadi. Wie viele von euch schon wissen, entgiftet mein Körper nicht zeitnah, was zur Vergiftung und vielen Folgeproblemen führt.

(Wenn der Körper dich im Stich lässt)

Dieses Produkt habe ich immer vertragen, doch irgendwann begann ich darauf zu reagieren und nun ist es soweit, es ist Schluss mit Haarefärben.

Was nun? Ich habe beschlossen zu testen, ob die im Internet angepriesenen Methoden zum natürlich Entfärben funktionieren, denn

 


es gibt nichts Schlimmeres als diese Übergangszeit, in der die grauen Haare rauswachsen und einen hässlichen Kontrast zum gefärbten Haar bilden ...

 

Mehr dazu hier: In Würde ergrauen?

 

Im Internet kursieren viele Methoden, die besagen, wie man Farbe auf natürliche Weise aus dem Haar bekommt: Geschirrspülmittel, Natron, Backpulver, Vitamin C, Zitrone, Essig, Honig, Kokosöl, Salz, Antischuppenschampoo. Vielleicht habe ich was übersehen, doch das sind wohl die gängigsten.

Hilft irgendwas davon? Das war meine Frage und das habe ich getestet.

Nein, nichts davon entfärbte meine Haare!

Unten findet ihr auch noch ein paar vorher-nachher Fotos.

 

Weshalb ich das sofort verrate? Ich selbst hasse es, nach der Antwort auf einer Seite suchen zu müssen, nur, weil der Verfasser des Artikels will, dass man auch wirklich ALLES liest …

Wer wissen will, was ich gemacht habe, und wie das funktionieren sollte, der liest schon von allein weiter.

Was? Bei dir hat es aber funktioniert? Dann hattest du wahrscheinlich kein permanent färbendes Haarfärbemittel verwendet. Bei Tönungen und auch bei halb dauerhaften Färbemitteln kann sich durchaus Farbe herauswaschen.

Bei diesen Färbemitteln, kannst du einen Färbeunfall etwas korrigieren. Aber nur dann, wenn du sie direkt nach dem Färben anwendest, oder zumindest sehr zeitnah nach dem Färben.

Denn all diesen Hausmittelchen haben eines gemeinsam: Sie können nicht entfärben, sie können nur dabei helfen, Farbe auszuwaschen oder Farbe aufzuhellen. Du wirst die Farbe aber niemals komplett los, auch nicht bei Tönungen und halb dauerhaften Farben. Du wirst das Haar bzw die verwendete Farbe Nuancen heller bekommen, aber niemals wirst du deine natürliche Haarfarbe komplett wiederbekommen. Bei Tönungen gelingt es natürlich irgendwann und diese Hausmittel können den Prozess beschleunigen.

 

Um gefärbten Haaren die Farbe zu entziehen, um das Grau hervorzuholen, sind die Hausmittel jedenfalls ganz sicher nicht geeignet.

 

Die einzelnen Mittel der Wahl

Geschirrspülmittel zum Entfärben der Haare

Mit Geschirrspülmittel soll man zumindest teilweise einen Färbeunfall beheben können

Einfach mit einer Mischung aus Geschirrspülmittel und Schampoo die Haare waschen, heißt es.

Spülmittel entfettet stark und trocknen die Haare aus. Das greift das Haar auf Dauer an, also nicht zu oft testen …

 

 

Anti-Schuppen-Shampoo soll Farbe aus dem Haar waschen

Anti-Suppen-Shampoo ist wirksamer als normales Shampoo und soll somit leichte Verfärbungen auswaschen können.

 

Natron wird überall als das Mittel zur Wahl angepriesen

Natron ist ein natürliches Bleichmittel. Ja, das stimmt. Aber entfärbt es auch Haare? Am besten soll diese Methode kurz nach dem Färben der Haare wirken.

 

Backpulver

Backpulver wirkt im Grunde wie Natron, doch weniger Effektiv, da Natron ein Teil von Backpulver ist.

 

 

Honig

Bienenhonig enthält das Enzym Glucose-Oxidase, das Wasserstoff-peroxid produziert – und zwar in kleiner, aber wirksamer Dosis. So heißt es. Klingt vielversprechend. Vor allem weil Honig das Haar auf Dauer nicht schädigt, denn Honig wird auch in Haarkuren verwendet, um die Haare zu pflegen.

 

 

Essiglösung, Zitronensäure, Zitrone, Vitamin C

Eine Mischung aus  Weißweinessig/Zitrone oder sonstig Saures – denn um Säure geht es - und warmen Wasser auf dem Haar verteilen. 20 Minuten einwirken lassen und auswaschen.

Bei Essig Hälfte, Hälfte. Bei Zitrone drei Esslöffel Zitronensaft auf 300 ml Wasser.

 

 

Kokosöl soll sanft entfärben

Kokosöl in die gefärbten Haare einmassieren. Durch die Körperwärme verflüssigt sich das Kokosöl. Was natürlich bei sehr langen Harren nicht passiert …

Das Kokosöl sollte mindestens eine Stunde einwirken, heißt es. Und man soll den Kopf warm halten. Eine Haube aufsetzen und ein Handtuch rumwickeln. Danach gründlich ausspülen und dann mit Schampoo waschen.

 

Salz und Sonne

Surfer-Boys und -Girls haben deswegen so helle Haare, weil ihre Haare ständig mit Meersalz in Berührung kommen. Meersalz und Sonnenlicht.

Ja, das stimmt wirklich, ich kann es bestätigen. Wir habenzwei Jahre auf Gran Canaria gelebt, mein Bruder und ich hatte fast blonde Haare. Und wir sind beide eigentlich braunhaarig.

Salz entzieht den Haaren, vor allem in Kombination mit Sonnenlicht, also Farbe.

Man kann das natürlich nachmachen: Gib dafür in einen Liter warmes Wasser drei bis vier Esslöffel Salz und verteile das Ganze auf dem Kopf. Aber du musst natürlich viel Zeit in der Sommersonne verbringen und das ganze mehrmals die Woche machen, um den gleichen Effekt zu erzielen …

 

Und was man auf den ersten Blick nicht sieht: Surferblond sieht zwar cool aus, aber meist sind deren Haare auch sehr kaputt und spröde, denn Salz und Sonne zerstören die Haarstruktur.

Ja, ich habe getestet.

Zitrone, Zitronensäure, Essig, Vitamin C

Saures funktioniert nicht, das wusste ich schon vorher, denn ich mache nach jeder Haarwäsche eine Saure-Rinse. Mit Zitrone. Essig, Zitronensäure und Vitamin C habe ich für die Saure-Rinse auch schon getestet. Aber bei mir funktioniert Zitrone am besten. Die Saure-Rinse zusammen mit kaltem Wasser glätten die Haarschuppen nach der Haarwäsche. Dadurch benötigt man keine Spülung, um glatte, glänzende und leicht kämmbare Harre zu bekommen. Ja, das funktioniert tatsächlich, man muss nur lange genug mit der kalten Rinse spülen, bis das Haar sich weich anfühlt.

Ich mache4 das schon seit vielen Jahren, meine gefärbten Haare entfärben tut die Rinse aber nicht.

 

Salz und Sonne

Da das einen Sommer und viel Zeit erfordert, habe ich das nicht getestet. Aber, dass Salz und Sonne mit der Zeit ausbleichen, das ist bewiesen. Entfärben tut beides natürlich nicht.

 

Kökosöl

Kokosöl pflegt die Haare zwar, aber einen Farbentzug solltest du nicht erwarten. Bei mir hat es keinen Unterschied gegeben. Aber es ist eine klebrige Angelegenheit … 

 

Honig

Nach einer Anwendung mit Honig, sehe ich keinen Unterschied. Das Enzym Glucose-Oxidase, das Wasserstoff-peroxid produziert, will ich dem Honig nicht absprechen, doch die Wirkung ist zu gering, um nach einer Anwendung einen Effekt zu zeigen. Mag sein, dass sich mit der Zeit ein aufhellender Effekt einstellt. Da Honig in vielen selbst herzustellenden Haarpackungen enthalten ist, und die Haare nicht schädigt, könnte man da durchaus ein Langzeitprojekt starten.

vorher
vorher
nachher
nachher

 

 

Antischuppenschampoo und Geschirrspülmittel

Beides gibt es nicht komplett Geruchsfrei und giftfrei. Da ich aber auf so gut wie alles reagiere und mein Körper nicht zeitnah entgiftet, verzichte ich auf diese beiden Hausmittel zum Haare entfärben.

 

Backpulver und Natron

Natron (Natriumhydrogencarbonat oder Natriumbikarbonat) NICHT Natriumcarbonat (Waschsoda) und NICHT Natriumhydroxid (Natronlauge).

Mit Natron ist Natriumbikarbonat gemeint. Andere Namen sind auch

               

Natriumhydrogenkarbonat

Natron

Kaiser-Natron

doppeltkohlensaures Natron

Natriumbicarbonat

Natriumbikarbonat

Backsoda

Bullrich Salz

E 500ii

 

 

Ich habe Natron getestet. Natron soll den besten Effekt beim Farbeentziehen haben. Hier der Versuch.

Natron zum Haare entfärben

 

Zutaten:

2 Esslöffel Natron

heißes Wasser, eine Tasse

1 große Schüssel


Ich verwende Natron zum Zähneputzen. Da entfernt es zuverlässig Beläge und Verfärbungen durch Nahrungsmittel wie beispielsweise Blaubeeren oder Kurkuma. Es wirkt. Beim Zähneputzen. Zum einen, weil Natron ein Bleichmittel ist, und zum anderen weil Natron ähnlich wie Zahnweißzahnpasta einen Abriebeffekt hat. Genau deshalb sollte man Natron beim Zähneputzen auch nicht jeden Tag verwenden. Ich verwende Natron alle zwei Wochen einmal. Und zusätzlich, wenn die Zähne sich verfärbt haben.

 

Aber was ist nun der Effekt von Natron beim Entfärben von gefärbten Haaren?

 

Hilft Natron beim Entfärben von gefärbtem Haar?

So gehe ich vor:

 

Ich löse zwei Esslöffel Natron in heißem Wasser auf und lasse das Wasser etwas abkühlen.

 

Dann wasche ich mir die Haare mit Kernseife und rubble sie handtuchtrocken.

 

Nun stelle ich eine große Schüssel in die Spüle, hänge meine Haare darüber und gieße das Natronwasser über die Haare. Da ich es in der Schüssel auffange, kann ich es mit der Tasse immer wieder herausschöpfen und so lange durch die Haare laufen lassen, bis mein ganzes langes Haar durch und durch durchnässt ist.

 

Ich rubble ein wenig und lasse das Natronwasser einige Minuten einwirken. So 5-10 Minuten waren es bei mir.

 

Danach habe ich meine Haare über der Schüssel ausgespült, um zu sehen, ob sich gefärbtes Wasser löst.

 

Und???

Nichts. Rechts im Bild ist das aufgefangene Wasser. Es enthält ein wenig Seifenreste, die beim Waschen nicht ganz rausgespült wurden. Und ja, absolut minimal auch ein winzig wenig Farbe ...

Fazit

Fazit. Also nein, Natron taugt nicht, um gefärbte Haare zu entfärben.

Lügen die Leute im Internet?

Nein, denn man kann mit Natron Tönungen und halb dauerhafte Farben aufhellen. Die Farbe wäscht sich ein wenig heraus. Je frischer die Farbe, desto mehr. Bei permanenter Färbung, die noch dazu länger her ist, wirst du kein Ergebnis erzielen.

 


vorher
vorher
nachher
nachher

Backpulver

Ich habe auf Backpulver im Test verzichtet, denn Natron hat ja schon nicht funktioniert. Und Natron hat einen größeren Bleicheffekt als Backpulver. Und da meine Haare nur schwer nach dem Natronversuch zu retten waren, gehe ich das Risiko nicht ein.

 

Warnung vor Natron und Backpulver

 

Natron ist ein Bestandteil von Backpulver. Beides trocknet die Haare nicht nur extrem aus, sie zerstören die Haarstruktur.  Natron wirkt basisch und wirkt Säuren entgegen. In der Haarstruktur bedeutet das, dass die Hornschuppen, die unser Haar bedecken und die normalerweise flach anliegen, sich aufspreizen und abbrechen. Das zerstört also das Haar. Die abgespreizten und abgebrochenen Schuppen verhaken sich mit anderen Schuppen von anliegenden Haaren und wirken wie eine Art Klettband. Die Haare werden unkämmbar, verfilzen und brechen ab. Die Folge ist komplett zerstörtes Haar.

Auch Seife hat diesen Effekt, doch nicht halb so schlimm. Bei Seife hilft eine Saure-Rinse, um die Haarschuppen wieder anzulegen und das Haar zu glätten. Bei Natron und Backpulver reicht eine Rinse nicht mehr aus.

Du kannst mit Haarpackungen einiges retten. Doch das muss sofort nach der Natronbehandlung geschehen, um die Haarschuppen so wenig wie möglich zu beschädigen.

Also bitte nicht kämmen und herumreißen, was da kaputt geht, lässt sich nicht mehr reparieren!

Nimm eine Haarkur aus dem Handel, geize nicht am Geld. Oder mache eine selbst angefertigte hochwertige Packung. Und danach eine Saure-Rinse.

Die Packung, die meine Haare gerettet hat, stelle ich euch im nächsten Artikel vor. J

 

 

 

Und jetzt? Keine Ahnung. Vermutlich muss ich das Grau langsam und qualvoll herauswachsen lassen.

Vielleicht lasse ich ja auch ein allerletztes Mal Chemie an meine Haare. Nur an die Haare, nicht an die Kopfhaut! Dazu muss der Ansatz ein Stück rauswachsen, damit der Übergang von Grau zu Braun angepasst werden kann, ohne die Kopfhaut zu berühren.

Sollte ich das machen, dann wird das wohl im November geschehen, wenn ich eine Freundin in Norwegen besuche, die Frisörin ist. Ich verlinke das Resultat dann hier.

 

 

Bis dann, eure Marita!

 










Kommentar schreiben

Kommentare: 0