Interview: Ich bei Kollegin Nadja Losbohm auf der "Couch" ;)

Meine Autoren-Kollegin Nadja Losbohm macht von Zeit zur Zeit Interviews mit anderen Autoren. Da sie diese nur auf Facebook veröffentlicht und nun mal nicht jeden Facebook hat, habe ich beschlossen das Interview hier abzudrucken. :) 

 

Und schon geht es los! Ich, Marita Sydow Hamann, im Interview bei Nadja Losbohm:

 

Pippi Langstrumpf im Bücherwald

 

Wenn du das Wort „Schweden“ liest, woran denkst du zuerst? Ikea – klar. Der schnuckelige Prinz Carl Philipp – ja, auch. Knäckebrot – muss nicht. Was aber ganz sicher sein muss, ist unsere nächste „22“, die im Pippi-Langstrumpfland lebt und dort viele tolle Geschichten für Groß und Klein schreibt. Ihr Name: Marita Sydow Hamann. Die gebürtige Norwegerin, die in mehreren europäischen

 Ländern aufwuchs, ist eine große Naturliebhaberin, die auf ihrer Webseite allerhand Gesundes präsentiert und uns mit wunderbaren Rezepten versorgt wie z.B. Ketchup selber machen, aber ohne Zucker. Ich habe sehr gerne auf ihrer Seite gestöbert und mich für den nächsten Kücheneinsatz inspirieren lassen. Bevor ich aber den Kopf in den Kühlschrank stecke und die Buchstaben vor lauter Dampf nicht mehr sehe, übergebe ich das Zepter an die liebe Marita und wünsche dir viel Spaß beim Lesen.

Stöberlink: https://www.marita-sydowhamann.com/

 

 

1. Bitte stelle dich uns kurz in 3-5 Sätzen vor.

 

Marita Sydow Hamann, Naturtroll, Nordlichtelfe, Bloggerin und Autorin. ;o) Ich bin eine Tier- und Naturliebhaberin, kreativ, lebensfroh und ungeduldig. Ich bin verheiratet und lebe mit meinem Mann in Südschweden, in Småland, dem Pippi-Langstrumpfland. Wir haben dort einen kleinen Selbstversorgerhof, und ich schreibe Fantasy, Mystik und mehr, wann immer es die Zeit zulässt.

 

2. Wie lautet der Titel deines aktuellen Buches? In welchem Genre spielt es und worum geht es in der Geschichte?

 

„Marit Rolfsdóttir –Drei Monate“ ist der 1. Band meiner neuen Nordic-Mystery-Krimi-Reihe.
Inhalt: Wer ist Marit Rolfsdóttir? Auf der Suche nach dem Täter und auf der Suche nach sich selbst – ein Nordic Mystery Krimi. Ein Mord erschüttert das kleine Städtchen Strömsnäsbruk in Schweden. Der Fall landet auf Marits Schreibtisch. Marit hat eine gescheiterte Beziehung hinter sich und kämpft gerade darum, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ein tragisches Ereignis ändert ihr Leben von neuem. Sie wird suspendiert, doch der Mord lässt sie nicht los. Während seltsame Träume und noch seltsamere Ereignisse in ihrem Leben sich häufen, beginnt Marit auf eigene Faust zu ermitteln.
Der 2. Band ist handschriftlich fertig und erscheint voraussichtlich im September oder Oktober 2018.

 

(Info Nachtrag von mir: Der 2. Band ist längst erhältlich und ich schreibe an Band 3)

 

3. Wie bist du zum Schreiben gekommen?

 

Das ist eine längere Geschichte, die ihr gern hier nachlesen könnt. Wie ich zum Schreiben kam.
Nur ganz kurz: Ich wollte schon immer wissen, ob ich es schaffen würde, ein ganzes Buch zu schreiben, das war schon seit der Schulzeit ein Traum von mir, doch irgendwie hat es nie gepasst. Als ich als Persönliche Assistentin einer jungen Frau mit MS arbeitete, hatte ich viel Freiraum, in dem ich im Nebenzimmer sitzen musste und auf Abruf bereit sein sollte. Ich nutzte die Zeit und entwarf den roten Faden zu „Die Erben der alten Zeit“.

 

4. Was kann man deiner Meinung nach am Schreiben lernen und was kann man nicht lernen?

 

Ich bin selbst nie in einen Schreibkurs oder ähnliches gegangen. Man soll dort aber das Handwerk erlernen können. Allerdings glaube ich schon, dass einem Organisationstalent, Fantasie, eine gewisse Logik und Durchhaltevermögen im Blut liegen muss. So ein Buch schreibt sich nicht in einer Woche. Man muss auch nach einem Monat und mehr alle Fäden zusammenhalten können, einen Spannungsbogen halten können und Motivation aufbringen.

 

5. Was ist deine Lieblingsaufgabe beim Schreibprozess und was magst du daran nicht (etwa Klappentext schreiben o.ä.) ?

 

Ich mag eigentlich alle Teile, ganz besonders auch die Covergestaltung. Was ich wirklich gar nicht mag, ist das Einlesen meines Buches in den Computer. Ich schreibe immer per Hand, ich kann am Computer nicht kreativ sein, und ich kann auch nur mit zwei Fingern tippen. Das Einlesen ist so nervenaufreibend und dauert ewig!

 

6. Woran verzweifelst du manchmal als Autor?

 

Daran, dass der Markt derart überfüllt ist, dass man im Grunde jeden Monat ein neues Buch herausbringen muss, um im Spiel zu bleiben. Ich kann das nicht, nicht wenn ich Qualität abliefern soll.

 

7. Wie kommst du auf die Ideen für deine Bücher?

 

Oft sind es Träume, die mir Ideen bringen. Außerdem beflügeln die Nordische Mythologie, sowie die nordischen Landschaften meine Fantasy.

8. Welches deiner geschriebenen Bücher ist dein persönlicher Liebling?

Bisher die Trilogie „Die Erben der alten Zeit“, doch meine neuste Reihe „Marit Rolfsdóttir“ mausert sich gerade zu meinem persönlichen Favoriten.

 

9. Wer liest deine Manuskripte zuerst?

 

Meine Lektorin.

 

10. Wie lange überarbeitest du dein Manuskript, bis du sagst: „Jetzt kann ich es auch anderen vorlegen?“

 

Ich bin da ehrlich gesagt nicht so zimperlich. Ich schreibe erst handschriftlich, dann lese ich es in den Computer, gehe es noch einmal nach Rechtschreibfehlern, Konstruktionsfehlern und Logik durch, dann geht das Buch ins Lektorat. Sollte ich etwas übersehen haben, macht Anja mich schon darauf aufmerksam. Und dann überarbeite ich ihre Anmerkungen noch einmal, korrigiere die Fehler und schon geht es online.

 

11. In welchem Genre würdest du gern mal schreiben, hast dich aber bisher nicht getraut? Und in welchem Genre würdest du niemals schreiben?

 

Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich niemals einen Krimi schreiben würde. Doch dann hat meine Lektorin, als sie mich in Schweden besuchte, fallen lassen, dass sie sich wünschte, dass jemand mal ein Buch ganz nach ihrem Geschmack schreiben würde. Was soll ich sagen, es hat mich gereizt, die Herausforderung anzunehmen. Zum Glück wollte sie nicht einen typischen Krimi, sondern einen Mystik-Krimi, was mir die Freiheit ließ, dann doch Fantasy mit einzubauen. Und sie ist sehr zufrieden mit dem Resultat, sogar begeistert, was mich ganz besonders freut.
An Erotik habe ich mich bisher nicht ran getraut. Ich weiß auch nicht, ob das was für mich wäre. Man muss sich in einem Genre schon wohlfühlen, um es den Lesern authentisch nahezubringen.

 

12. Gibt es AutorInnen, die du bewunderst, die ein Vorbild für dich sind?

 

Im Grunde nicht, doch wenn ich jemanden wählen soll, dann J.K. Rowling. Harry Potter hat mich inspiriert, das gebe ich ehrlich zu. Ich habe die Bücher verschlungen, mehrmals! 

 

13. Was macht für dich Erfolg als Autor aus?

 

Dass meine Leser meine Werke gern lesen und sich in meinen Welten verlieren können. Ich erhalte sehr gern Feedback meiner Leser und freu mich über jede noch so kurze Meinungsäußerung als Rezension in den Shops.
Und es hilft natürlich, Geld zu verdienen. ;o)

 

14. Würdest du in Bezug auf deine Bücher alles noch einmal so machen?


Nein, ich würde keinen Verlag mehr ranlassen, es sei denn es kommt ein ganz großer und sichert mir offensive, sichtbare Werbung zu.

 

15. Was sagst du zum Konkurrenzkampf unter den AutorInnen insbesondere dazu, dass manche AutorInnen anderen absichtlich schlechte Bewertungen geben, um ihnen eins auszuwischen? Hast du so etwas unter Umständen vielleicht selbst schon mal erlebt?

 

Kindergarten. Mehr sage ich nicht dazu. Wer so unreif ist, tut mir nur leid. Ich selbst unterstütze meine KollegInnen wo ich nur kann und stelle sie auch auf meiner Homepage vor. Gegenseitige Unterstützung bringt Sichtbarkeit für alle, sich gegenseitig zu bekämpfen bringt nur Unsichtbarkeit für alle, auch für den Angreifer. Alle verlieren dabei, das sollte einem erwachsenen, denkenden Menschen eigentlich bewusst sein. Also wie gesagt: Kindergarten.

 

16. Was war das Schlimmste, Ärgerlichste, Unschönste, was dir als AutorIn bisher passiert ist und was das Schönste?

 

Das Schönste war ganz klar, als ich meine Trilogie als ebook im Selbstverlag veröffentlichte und sie über Nacht in den TOP100 bei Amazon landete. Davon zehre ich immer noch! 
Das Unschönste. Hm … Ich will meinen ehemaligen Verlag nicht schlecht machen, es sind wirklich nette Menschen, doch ehrlich gesagt hat mich am meisten mitgenommen und geärgert, dass sie den 2. und 3. Band der Trilogie (nachdem sie die Bücher übernommen hatten) nicht sofort herausgegeben haben, sondern sie eine Ewigkeit zurückhielten. Es führte dazu, dass die vielen Leser, die gespannt warteten, absprangen. So etwas kann man machen, wenn man bereits bekannt ist. Auf uns unbekannten Autoren warten die Leser kein Jahr oder mehr. Wir geraten in Vergessenheit, was dann auch passiert ist. Jetzt habe ich die Rechte an den Büchern zurück und verlege selbst, doch den Bonus der Sichtbarkeit aus den TOP100 hatte ich verloren und musste wieder von vorne anfangen.

 

17. Wie motivierst du dich, wenn die Dinge nicht so laufen, wie du es dir vorgestellt hast?

 

Ich schreibe, weil es mir Freude bereitet. Aber auch mir geht manchmal durch den Kopf wofür ich das ganze betreibe. Zum Glück muss ich mich nicht extra motivieren, ich bin von Natur aus ein Mensch, der niemals aufgibt, das ist mein Motor im Leben – nicht nur beim Schreiben.

 

18. Woran liegt es deiner Meinung nach, dass manche Autoren es schaffen in der Bücherwelt und andere nicht und hast du Tipps?

 

Man kann nur die üblichen Dinge beeinflussen: Cover, Buchinhalt, Lektorat, Klappentext. Danach ist es hauptsächlich Glück, leider. Es sei denn man hat ein enormes Werbebudget zur Verfügung und geht damit wirklich in die Offensive. Für uns Normalsterbliche gilt: Was die Leser gerade lesen wollen, können wir nicht beeinflussen. Das beste Buch geht im Bücherwald unter, wenn es nicht den Nerv der Masse trifft. Auch dann, wenn man absolut alles richtig gemacht hat.

 

19. Viele AutorInnen sind eher zurückhaltend und schüchtern, besonders wenn es um Lesungen und Messeauftritte geht. Hast du einen Rat für sie?

 

Im Grunde nicht, da ich selbst noch nie eine Lesung gemacht habe. Der Grund: Ich lebe im Ausland und von hier aus ist so etwas schwer zu realisieren.
Doch es gilt immer: Sei du selbst und achte nicht darauf, was die anderen denken könnten. Das lenkt nur ab und macht unsicher. Mach dein Ding und gib nie auf.

 

20. Welche AutorInnen und Bücher hätten es deiner Meinung nach verdient, mehr Beachtung zu bekommen?

 

Viele, viel zu viele der Selfpublisher. Es gibt wirkliche Perlen darunter, es führt zu weit, sie alle aufzuzählen. Aber nur um eines zu nennen: „Eichenweisen“ von Felicity Green hat mir wirklich gut gefallen.

 

21. Welche Bücher liest du selbst gerne und welche kommen dir gar nicht erst ins Regal?

 

Ich lese was ich selbst auch schreibe. Fantasy, Mystik, SciFi, Liebesromane.

 

22. Wovon träumst du als Autor? Gibt es einen Wunsch, den du mit uns teilen würdest?

 

Ich würde gern vom Schreiben leben können.

 

Zum Abschluss noch ein paar Fun-Fragen. Bitte wähle eines aus:

1. Spaghetti oder Kartoffeln?

Kartoffeln

 

2. Kaffee oder Tee?

Keines, Wasser, ich vertrage weder Kaffee noch Tee

 

3. Fleisch oder Gemüse?

Gemüse

 

4. Kekse oder Gummibärchen?

Kekse

 

5. Strand- oder Städteurlaub?

Weder noch, bin der Natur-, Erlebnisurlaub-Typ

 

6. Lesen oder fernsehen?

Lesen!!!

 

7. „Game of Thrones“ oder „Rote Rosen“?

Kenne beides nicht.

 

8. Treppen laufen oder Fahrstuhl fahren?

Treppen laufen

 

9. SonnenanbeterIn oder Kind der Dunkelheit?

Beides

 

10. Klatschmagazin oder Nachrichten?

Nachrichten

 

 

 

So, das war das Interview von mir bei Nadja Losbohm. Ich hoffe, es hat euch gefallen!

Nadja schreibt selbst Fantasy. Wer stöbern möchte, kann das hier tun!

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