Selbstversorger 2018: Hühner und Hühnerstall

 Wir haben jetzt Hühner, vier Hennen und einen Hahn. :o)

 

Bis der Stall soweit fertig war, hat es eine Weile gedauert, doch jetzt ist alles wie gewünscht.

 

Vor etwas mehr als einem Monat sind die Tierchen eingezogen und verhalten sich nicht genau so wie gedacht ...

 


 Sie können raus, der Traum aller Hühner, dachte ich. Sagt jeder, kann man überall lesen.

Doch nur ein Huhn nutzt es und zwar fleißig.

Die anderen, einschließlich Hahn, haben noch nicht einmal den Kopf rausgestreckt.

Dass sie eine Weile brauchen, um sich anzupassen, klar, das hat auch "Wanda" gebraucht, bevor sie die Freiheit ausnutzte. Doch sollten die anderen da nicht folgen?

Es ist mir ein Rätsel.

Wohl fühlen tun sie sich jedenfalls, Eier legen sie genug und bleiben auch friedlich im Nest liegen, wenn ich reinkomme. 

 


Der Gedanke war, dass sie die Hühnchen das meiste des Futters draußen selbst suchen, sodass wir nur zufüttern müssen. Bio-Hühnerfutter ist nämlich richtig teuer, und im Winter muss man auf jeden Fall voll füttern.

Vom Finanziellen her lohnen sich Hühner nämlich eh nicht, es sei denn man baut selbst diverse Sorten Getreide an.

Hühner hat man, damit man weiß, dass sie ein gutes Leben führen und was sie gefressen haben, nämlich giftfrei und naturnah.

Am besten sollen sie ihr Futter selbst suchen.


Unsere scheinen das nicht zu wollen. Zu bequem? Übervorsichtig? Sehen sie eine Gefahr die wir und auch Huhn "Wanda" nicht sehen? Einfach nur feige?

Keine Ahnung.

Nun gut, was das angeht, halte ich euch auf dem Laufenden.

 

Unten seht ihr den Werdegang vom Lagerraum/Sattelkammer/Futterkammer zum Stall plus Futterkammer. Wir haben den Raum geteilt, damit er nicht zu groß wird und die Wärme im Winter besser gehalten wird.

Es gibt zwei Fenster im Hühnerstall, plus die Klappe, die schon vorhanden war. Vermutlich eine Mistklappe, durch die früher ausgemistet wurde. 

 

Sitzstangen, zwei Höhen
Sitzstangen, zwei Höhen
Futterstelle mit Wasserspender
Futterstelle mit Wasserspender
Huhn "Tilda" legt ein Ei
Huhn "Tilda" legt ein Ei
Legenester mit Stange davor
Legenester mit Stange davor
Hüherklappe mit Hühnerleiter
Hüherklappe mit Hühnerleiter


Hühnerstall Eckdaten

Ein Mittelgroßes Huhn soll etwa 0,5 m2 Stallfläche zu Verfügung haben. Absolute Mindestanforderung ist 3 Hühner auf 1 m2 Stallfläche. Bei Zwerghühnern 5.

Allerdings gilt: Je mehr Platz die Hühner zu Verfügung haben, desto wohler fühlen sie sich.

 

Pro Huhn sollten mindestens 25 cm Sitzfläche zur Verfügung stehen. Man sollte alle Sitzstangen auf gleicher Höhe anbringen, damit keine Rangkämpfe um den Höhchsten Platz entstehen, denn den wollen alle Hühner haben. Wir haben zwei Höhen angeboten, da wir genug Platz haben. Auf der oberen Stange würden noch mal soviele Hühner Platz finden. Jetzt können sie frei wählen und auch hin und her wechseln.

Die Sitzstangen werden mindestens einen Meter vom Boden und 35-40 cm von der Wand entfernt angebracht, damit das Huhn genug Platz hat. Die Form der Sitzstangen ist dem Huhn egal, nur zu große Poren sollte das Material nicht enthalten, damit sich keine Milben einnisten. Wir haben Zweige genommen und die Rinde entfernt. Und wir haben zwei verschiedene Stärken angeboten (Dicke der Stange). Dachlatten werden gern verwendet, sind aber scharfkantig und recht großporig. Wir haben uns dagegen entschieden. 

 

Unter den Sitzstangen kann man Kotbretter anbringen, damit das Einstreu nicht so schnell verschmutzt wird. Ich habe mich dagegen entschieden (finde sie einfach ekelig, und man muss die Scheiße jedesmal mühsam abkratzen) und miste lieber öfter aus. Öfter auszumisten hat viele Vorteile. Milben haben weniger Chance Fuß zu fassen, der typische beißende Hühnerstallgeruch bleibt aus und es staubt nicht halb so viel im Stall wie alle Hühnerbesitzer mir angedroht haben. Im Grunde staubt es gar nicht, nur natürlich beim Ausmisten selbst. Da trage ich eine Staubmaske.

Der Nachteil: Es kostet mehr, die Streu oft komplett zu wechseln, doch das ist es mir Wert.

 

Hühner hat man eh nicht, um Geld zu sparen. Wer das glaubt unterliegt einem Trugschluss. Allein das Biofutter für die Tiere macht das Ei teurer als ein Bioei im Handel. Nein, Hühner hat man, weil man dann weiß, dass die Tiere es gut haben und man weiß was sie gefressen haben und was man im Endeffekt auf den Tisch bekommt.

 

Bei den Flächen sollte der Scharrbereich einen Drittel ausmachen und der Sitzstangenbereich den Rest. Den Scharrbereich kann man mit Späne oder Stroh auslegen, wobei Späne vorzuziehen ist. Im Stroh können sich Milben sehr gut verstecken. Je gröber die Späne ist, desto weniger staubt sie.

 

Ein Legenest sollte mindestens die Maße 35x35x35 cm haben, wobei ein Nest für 3-4 Hühner ausreichend ist. Da wir noch nicht wussten wie viele Hühner wir letztendlich anschaffen, haben wir drei Nester gebaut. So muss auch nicht ein Huhn warten, um ihr Ei zu legen. Bei uns liegen oft zwei Hennen gleichzeitig in den Nestern, wobei sie zwei der Nester verwenden. Und wir haben die nach oben geschlossene Variante zusätzlich angeboten, die tatsächlich besser angenommen wird, obwohl gekaufte Legenester immer nach oben geschlossen sind. 

 

Es macht Freude, jeden Tag eigene Eier aus den Nestern zu sammeln! :o)

 




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